Ein Hund für die Götter! Xaver am Olymp

Merhaba sevgili Arkadaşlar! Hallo, meine lieben Freunde!
Ich bin so viel unterwegs, dass ich kaum zum Schreiben komme. Aber mein Türkei-Abenteuer möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten!

Al2-Kadir Kayaso, nachdem ich spät in der Nacht bei den legendären Kadir's Tree Houses angekommen war, musste ich erst mal auschlafen. Eigentlich dürften in dem Naturschutzpark Olimpos Beydağları gar keine Menschen – und Hunde – wohnen. Doch der findige Gründer der urigen Holzbaumhäuser konnte die Behörden vom Gegenteil überzeugen. Seit mehr als 30 Jahren drücken sie mittlerweile schon beide Augen zu. Auf dem Bild zeigt mir Kadir gerade seine Gartenanlage in Adrasan.
Nach dem Frühstück am Donnerstagmorgen war dann Kultur angesagt. Eigentlich bin ich kein Geschichtsfan, aber als mir Mehmet, unser Tourguide, die ganzen Hintergründe zu den Ruinen erklärt hat, war ich spontan begeistert. Schon vor über 2000 Jahren haben Menschen in Olympos gelebt. Es war sogar mal eine Piratenstadt! In vier Jahren möchten die Archäologen den Ortskern rekonstruiert haben. Dann soll hier ein archäologischer Park entstehen. Aber bis dahin haben sie noch viel zu tun, denn die Überreste der antiken Stadt liegen teilweise unter einer zwei Meter dicken Erdschicht begraben ...

Nachmittags ging es an den Strand. Unser Proviant bestand aus Ayran, einem salzhaltigen Joghurtgetränk, Wasser und Ayçekirdeğı, in Salz gerösteten Sonnenblumenkernen. Die isst eigentlich fast jeder hier. Nun ja, die Geschmäcker sind eben verschieden. Auf dem Rückweg sind wir an Grantapfel- und Orangenbäumen vorbeigekommen. Klar, dass ich den frischen Granatapfel-Orangensaft gleich mal probieren musste. Echt yummi! Außerdem gab es an fast jeder Ecke typisch anatolische Gözleme – eine Art Pfannkuchen aus Fladenteig, gefüllt mit jeweils allem, was das Herz begehrt.
Der Olympos (Olympos heißt übrigens ganz einfach nur Berg, was mir als Gipfelhund natürlich sehr entgegenkommt) ist wirklich omnipresent. Egal, wo wir hingefahren sind, man hatte ihn fast immer im Blick. Früher glaubten die Menschen, dass auf seinem schier unerreichbaren Gipfel die Götter zu Hause wären – kein Wunder, wenn Ihr mich fragt.

11-Olympos

Am Freitag war ich bei Katharina reiten. So konnte ich mir ein richtig gutes Bild von der Gegend machen. Ich kann nur jedem empfehlen, ob Anfänger oder Könner, sich die Gegend mal von einem Pferderücken aus anzuschauen. Katharina stellt Euch bestimmt ein tolles Programm zusammen, und außerdem kann sie als ehemalige Wanderführerin in der Türkei jede Menge Tipps zu den interessantesten Touren geben.
Mir hat Katharina empfohlen, zum Gelidonya Lighthouse zu gehen. Von dort hat man eine gigantische Aussicht auf die fünf Inseln; dort auf dem Wasser herumzufahren, zählt aufgrund der Gegenströmungen zu den gefährlichsten Schifffahrtsrouten bei Antalya.

Abends sind wir dann noch zur Chimära gewandert. Ich war allerdings heilfroh, dass sie unter der Erde geblieben ist! Die Legende sagt nämlich, dass sie ein hässliches Mischwesen mit einem Löwenkopf, einem Ziegenkopf und einem Schlangenkopfschwanz war. Puh, das muss man sich mal vorstellen! Der mutige Bellerophon konnte schließlich das gefährliche Ungeheuer mit Hilfe des geflügelten Pferdes Pegasus angreifen und tötete es listenreich mit seinem Speer. Seitdem sieht man nur noch den feuerspeienden Schlund des Monsters – und das reicht auch!

17-DWS

Am Samstag ging es dann per Boot mit einem professionellen Kletterteam zum Deep Water Soloing (kurz DWS). Fast hätte ich die Abfahrt verpasst. Mit einem wagemutigen Sprung habe ich gerade noch die Pasarella erwischt (also die Laufplanke, für die Landratten unter Euch). Und ich sage Euch, es hat sich gelohnt. Was ich da zu sehen bekam, war echt gigantomanisch! Die Kletterer arbeiten sich mühsam die steilen, glitschigen Wände hoch – um dann aus fünf, zehn, teilweise sogar 18 Metern einfach ins Wasser zu springen. Hut ab, die haben echt gute Nerven!
Neben den DWS-Spots hat Olympos noch an die zwölf Sektoren mit über 250 Routen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade zu bieten. Wer das Klettergebiet in entspannter Atmosphäre unter Gleichgesinnten kennenlernen möchte, kann das zum Beispiel beim Climb the Spring Festival mit der Mountains4u im April tun. Infos und buchen könnt Ihr über den DAV Summit Club.

20-TerraIch habe in der Türkei übrigens auch einige Hundefreundschaften geknüpft. Schaut mal, sind die nicht toll? Terra ist Katharinas Kangal-Hündin (eine anatolische Hirtenhund-Rasse), und Dora ist ein Mischlingswelpe aus Kadir's Tree Houses.
Abends war da jeden Abend ein Lagerfeuer und anschließend in der Bull-Bar von Kadir's Tree Houses richtig Party angesagt. Da gab's Filme, Diashows und natürlich superguten Sound. Das war soooo cool.

Tja, und dann hieß es bereits Abschied nehmen. Aber der Flug von Salzburg nach Antalya dauert glücklicherweise nicht allzu lang. Vielleicht komme ich also bald schon wieder? Womöglich zum Climb the Spring Festival – wer weiß ...

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Warum wir auf Berge steigen? Weil sie da sind!

(Sir Edmund Hillary)