Von Chariten, wütenden Bären und buddhistischen Niederwerfungen. Xaver auf heiligen Pfaden.

Diesmal hab ich ein ganz ungewöhnliches Bergbuch in die Pfoten bekommen: Mystische Berge: Eine Reise zu den heiligen Gipfeln der Erde Da ging's gar nicht darum, wie toll man da hochsteigen kann, sondern um die Sagen und Mythen, die sich um die Berge ranken. Da gibt's vielleicht Geschichten! Ich konnte es kaum glauben.

Mystische Berge Gleich die ersten beiden Berge in Europa haben voll meinen Nerv getroffen. Die kenn ich nämlich (fast) persönlich! Der Mont Bégo liegt in den französischen Seealpen, ganz in der Nähe zur Grenze nach Italien. Und fast genau da war ich doch letztens mit dem JeeperMTJ und dem Jan! Die 40 000 Felszeichnungen aus dem dritten und zweiten Jahrtausend vor Christus im Mont Bégo haben die beiden mir allerdings vorenthalten. Ich muss bei unserem nächsten Trip mal nachfragen, ob wir dort nicht einen ausführlicheren Zwischenstopp einlegen können.
Der zweite Berg im Buch ist der Olymp, den ich im August bei meiner Türkei-Tour gesehen hab. Dass dort die Götter wohnen, weiß ich ja seither, aber wie es da mit den Giganten, den Chariten, den Musen, Ganymed, Bellephoron und all den anderen wirklich abging, hat mich doch erstaunt.
Mein Lieblingsberg in Afrika ist der Ol Doinyo Lengai. Das geht schon beim Namen los. Klingt der nicht toll? Also, eigentlich habe ich keine Ahnung, wie man ihn ausspricht, aber ich stelle mir vor, dass er toll klingt, wenn man ihn ausspricht. Auf jeden Fall kommt der Name von den Massai und bedeutet Gottesberg. Denn für die Massai wohnt darin ihr Gott Ngai. Der scheint ein ziemlich cooler Typ zu sein, er kann nämlich verschiedene Farben annehmen und damit seine Stimmungen ausdrücken. Ist er schwarz, ist alles paletti. Dann bringt er Regen und damit Wohlstand. Ist er rot, tritt man besser einen Schritt zurück, dann ist er nämlich grantig.
Nordamerika hatte ich bisher nicht so auf dem Schirm, was großartige Berge angeht. Das hat sich jetzt gründlich geändert. Habt Ihr schon mal gesehen, wie ein Blitz in so einen roten Pfeiler von den heiligen Bergen der Navajo in Arizona und New Mexico einschlägt? Dieses Bild ist echt ziemlich faszinierend. Und dann der Devil's Tower. Der schaut aus wie ein gigantischer Mammutbaumstumpf. Unfassbar! Die Legende besagt, dass er deshalb an einen Baumstamm erinnert, weil ein wütender Bär da ordentlich dran gekratzt hat. Da musste ich schon ein bisserl schlucken. Ich meine, wenn dieser „Baumstamm" schon 150 m dick ist – wie groß muss dann erst der Bär gewesen sein?!

Den Uluru in Australien kennt Ihr ja bestimmt, wenn auch vermutlich eher als Ayers Rock. Der ist einfach schön anzuschauen, nur die eine Story zu seiner Entstehung (es gibt zwei verschiedene) ist nicht so nett. Weil nämlich zwei Stammeshäuptlinge in grauer Vorzeit ein ganz fürchterliches Massaker veranstalteten, war die Erde so sauer, dass sie vor Zorn den Uluru erhoben hat. Die andere Geschichte ist da deutlich harmloser: Zwei Jungs spielten nach dem Regen im Schlamm, und als sie davon genug hatten, verwandelten sie sich in Felsen. Der Sinn hat sich meinem Hundehirn da nicht so ganz erschlossen. Aber Legende ist Legende und damit unantastbar.
Das letzte Kapitel im Buch ist den Bergen Asiens gewidmet. Und ich habe keine Ahnung, wo ich anfangen soll, Euch darüber was zu erzählen. Da ist ja ein Berg faszinierender als der andere! Wie Ihr Euch denken könnt, gibt es tolle Geschichten zuhauf um den Chomolungma (vulgo Mount Everest), den Kailash oder den Manaslu. Also, sollte zum Beispiel einer unter Euch den Kailash unter ständigen Niederwerfungen umrunden wollen: Don't forget your Xaver please!
Neben diesen ganzen Superlativen muss ich Euch aber unbedingt vom nur 1545 Meter hohen Tai Shan in China erzählen. Der zeichnet sich schon mal dadurch aus, dass der Gipfel über eine riesige Treppe erreichbar ist. Eine Treppe! 7000 Stufen am Stück sind mal eine alpinistische Herausforderung der anderen Art. Zu etwas Besonderem wird der Aufstieg außerdem dadurch, dass er von einer Unmenge an Kunstschätzen gesäumt wird. Einen Palast aus dem dritten Jahrhundert vor Christus neben einer knapp 205 Quadratmeter großen taoistischen Wandmalerei sieht man ja schließlich nicht alle Tage.
Besonders fasziniert haben mich die Fotos in diesem Buch. Da bleibt einem manchmal echt die Spucke weg. Wahrscheinlich sollte ich es ohnehin besser Bildband nennen. Insgesamt muss ich aber leider sagen, dass mir eben dieser Bildband zwei Probleme eingebracht hat. Zum einen machte sich das Gewicht des Buchmonsters in meinen oft doch recht schwachen Hundepfoten sehr schnell bemerkbar, und ich musste ein paar unfreiwillige Pausen einlegen. Aber das ist wohl nur ein Stoffhund-Problem, Menschen stemmen das locker. Zum anderen hat mich diese Lektüre wieder auf unzählige neue Reiseziele gebracht, sodass ich die Liste meiner Ziele für 2014 ins Unendliche verlängern könnte. So viele Berge, so wenig Zeit ...
Ich fürchte, da gibt's nur eins: Nehmt mich mit!

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Warum wir auf Berge steigen? Weil sie da sind!

(Sir Edmund Hillary)