Probier's mal mit Gemütlichkeit. Xaver liest „Komm mit mir in die Berge!“

Also, eigentlich bin ich ja schon ein richtig harter Kerl geworden. Wenn ich manchmal so in den Spiegel schaue und dabei an meine Begegnungen mit den ganzen Klettergrößen auf dem IMS denke, kann ich schon fast ahnen, dass mir auf meiner aufgebrannten Bergbräune bald ein kerniger 6000er-Bart wächst.

Da war es mir zuerst beinah peinlich, wie ich bei uns im Büro das Buch Komm mit mir in die Berge hab rumliegen sehen. Na ja, das war an sich noch nicht so peinlich. Aber dass ich dann kaum mit Lesen aufhören konnte, schon. Denn diese Touren, die sind total gemütlich! Da sind Touren dabei für Leute, die noch nicht so bewandert im Wandern sind, für Leute mit Kindern, für Leute, die gern mal etwas später losgehen oder lieber nicht zu lange unterwegs sind.
Das ist doch nichts für einen harten Kerl wie mich! Dachte ich.

Und trotzdem konnte ich mich einfach nicht losreißen. Vielleicht weil die Touren so oft auf saftige Almen führen, wo man dann was Gutes zu futtern bekommt. Oder vielleicht weil die Fotos so viel schöne Landschaft zeigen: zum Beispiel die Aussicht von oben auf die Nebeldecke unterm Herzogstand, oder den Blick durch vereinzelte Bäume im Ahornboden nach hinten auf die Felsengipfel, oder einfach die Kuhfluchtfälle, die man fast plätschern hören kann. Vielleicht war es aber auch der Text selber, von der Einleitung bis hin zu den ganzen Tourenvorschlägen. Die drei Autoren – zwei Frauen und ein Mann – schreiben nämlich irgendwie richtig lieb und machen mit vielen nützlichen Tipps am Rand Lust zum Weiterlesen und Loswandern.
Einen tollen Clou fand ich jedenfalls die Postkarten hinten im Buch, wo man passend zu jeder Tour eine losschicken und jemanden einladen kann, mitzulaufen. Ja, ich muss sagen, am liebsten hätte ich das gleich getan, so eine gute Idee ist das – nur die Jahreszeit hat mich noch ein bisserl davon abgehalten.

Nach der durchlesenen Nacht hab ich dann mal wieder was begriffen: Auch harte Kerle brauchen zwischen den 6000ern gelegentlich mal einen Spaziergang. Sich mal Zeit zu lassen und mit Kindern oder Freunden auf eine nette Alm zu wandern, ist gar nicht peinlich. Und außerdem: Wir alle haben mal klein angefangen.

Sogar ich.

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Warum wir auf Berge steigen? Weil sie da sind!

(Sir Edmund Hillary)