„Kreuzkogel“ von Eric Barnert | Mein erster Bergkrimi

Mir ist vielleicht was passiert, das glaubt Ihr nicht!
Auf einem von den Büroschreibtischen hab ich gestern Abend zufällig wieder so ein Buch rumliegen sehen und hab mir gedacht, bevor mir langweilig wird, lese ich lieber noch mal was. „Kreuzkogel " stand da drauf und „Eric Barnert", und weiter unten noch „Rother Bergkrimi". Berg, das klang ja schon mal gut! Aber mein lieber Herr Jodelverein, das war vielleicht spannend, ich hab die ganze Nacht durchgelesen!

Kreuzkogel: Rother BergkrimiDer Eric Barnert erzählt da nämlich die Erlebnisse von dem Arzt Martin Keller, der wieder mal in seine geliebten Tiroler Alpen geht, und zwar auf den Roten Kreuzkogel. Er ist ganz durcheinander, wegen eines Medikaments, bei dem er prüfen muss, ob es den Patienten hilft oder nicht, und er versucht, in den Bergen ein bisschen Abstand zu gewinnen. (Das konnte ich gleich gut nachvollziehen, denn ich gewinne ja in den Bergen auch immer einen großen Abstand zum Büro.) Wie er da allerdings am nächsten Tag ein Pärchen auf einen anderen Gipfel begleitet, sieht er plötzlich, dass unten im Tal zwei Männer sein Auto aufbrechen! Gleich rennt er runter, aber anstatt dass er die beiden Kerle gescheit verprügelt, wie ich das bestimmt getan hätte, stürmt er zu seiner Übernachtungshütte zurück, die ein alter Freund von ihm bewirtschaftet. Denn nach einem Anruf bei seiner Freundin weiß er gleich, dass die Männer von der Pharmafirma sein müssen, für die er arbeitet.

Ab dem Moment bin ich praktisch aus dem Hecheln nicht mehr rausgekommen! Mit der Unterstützung von allen möglichen Leuten, die alle sehr viel schönen Dialekt sprechen, rennt und fährt der Martin durch Berg und Tal, über Stock und Stein, muss durch Verschneidungen hochschrubben, hängt mit einer Hand an rutschigen Griffen im Fels, stolpert über Grate, von denen ihn fast ein Unwetter runterbläst – Wahnsinn!

So geht das in einer Tour dahin, bis zum Schluss, und jetzt kommt's: Während ich noch den Kopf schüttle, weil der Martin so viel hat aushalten müssen, lese ich die „Anmerkungen". Und da steht doch glatt drin, dass der Eric Barnert das alles nur erfunden hat!! Den ganzen Kreuzkogel, den Mönchskogel und die Oberwiesler Alm, und, der Oberhammer, sogar den Martin Keller und alle anderen! Zuerst konnte ich's nicht fassen, und dann war ich regelrecht enttäuscht. Aber, als ich mir das noch mal überlegt habe, doch wieder erleichtert, weil dieses ganze dramatische Abenteuer kein echter Mensch hat durchmachen müssen.

Jedenfalls weiß ich jetzt, was „Bergkrimi" bedeutet: viel Aufregung mit erfundenen Leuten, die man in aller Ruhe so richtig genießen kann! So was möchte ich gern bald wieder lesen – mal schaun, was ich im Büro demnächst so finde ...

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Warum wir auf Berge steigen? Weil sie da sind!

(Sir Edmund Hillary)