Drei Kanonen und das Hasenöhrl. Xaver erkundet Südtirol.

Heissa… eine Einladung nach Südtirol! Da habe ich mich wirklich gefreut. Dazu noch auf Skiern!
In Osterhofen, am Fuße des Wendelsteins, haben wir uns mit unseren Bergkameraden getroffen und ersteinmal die Tourenausrüstung von vier Leuten versucht zu verstauen. Los ging es Richtung Brenner, nächster Stop Martelltal.

1

2
Zur Begrüßung gab es auf der Marteller Hütte erst einmal einen von den leckeren Schnäpsen, die Peter, der Wirt der Marteller Hütte, zum großen Teil selber ansetzt. Mir wurde nicht zu viel versprochen… die Marteller Hütte ist wirklich sehr schön und hat alles, was ein Hundeherz begehrt. Nach einem kurzen Plausch mit dem Team der Hütte machten wir uns an die Tourenplanung für den nächsten Tag. Die Lawinenlage war ein bisschen schwierig und der starke Wind sollte noch die nächsten Tage anhalten. Vielleicht war ja die Köllkuppe, der „Hausberg“ der Hütte, machbar?
Aber erst gab es Abendessen und auch hier wurden die Erwartungen, die die begeisterten Erzählungen von Tina und Markus geweckt hatten, mehr als erfüllt. Niki, die Köchin der Hütte, ist eigentlich Konditorin. Aber kochen kann sie definitiv auch!
Am nächsten Tag sind wir durch dichten Nebel und bei starkem Wind Richtung Köllkuppe los. Am Übergang zum Gletscher sind wir dann nach einer kurzen Rast umgekehrt. Die Sicht ging gegen Null und der Wind war wirklich ungemütlich.
Peter meinte, das Wetter solle am nächsten Tag besser werden und auch der Sturm etwas nachlassen. Wir packten also in der Früh auch vorsorglich die Steigeisen und die Pickel in den Rucksack. Über den die Drei Kanonen sind wir Richtung Casati-Hütte. Vielleicht wäre ja der Cevedale eine Option?
3
Leider wurde der Sturm wieder stärker. Wir haben an der Casati-Hütte also kurz Rast gemacht und sind auf dem Aufstiegsweg wieder Richtung Basecamp gefahren, zum Dolce Vita mit Cappuccino.
4
Auch der nächste Tag bot wettermäßig einiges an Abwechslung. Diesmal sollte es aber wirklich die Köllkuppe werden. Auf dem Gletscher war es zum Glück halbwegs windstill, erst auf dem Gipfel hat es wieder recht geblasen.
5
Die Gipfel-Brotzeit wurde deshalb an den Gletscherrand verlegt… in der Sonne hätte man es wirklich aushalten können.
7
Stephan und Boris mussten am nächsten Tag nach München zurück und wurden von Tina und Markus nach Meran gebracht. Während die Herrschaften es sich in Meran haben gutgehen lassen, habe ich bei Niki und Peter ein kleines Küchenpraktikum gemacht und mit meinem neuen Spezl Meinrad, dem Marteller Murmler, ein paar tiefsinnige Gespräche geführt.
8
Nach der ganzen Nascherei war mal wieder ein bisschen Bewegung angesagt. Der Wettergott hatte auch ein Einsehen, so dass wir uns als kleines Dreier-Team an einem Tag Richtung Madritschspitze begaben und als Abschluss der Marteller Woche auch die Eisseespitze in Angriff nahmen.
9
Eine wundervolle Tour! Wir gingen wieder über die Drei Kanonen und sind unterhalb der Suldenspitze Richtung Eisseespitze gequert. Der Ausblick von der Eisseespitze ist grandios. Man steht direkt vor dem imposanten Dreigestirn Königsspitze, Zebrú und Ortler. Eine beeindruckende Schau! Die Abfahrt war ausnahmsweise sogar wirklich eine Gaudi, nachdem wir uns die letzten Tage nur durch Bruchharsch gequält hatten. Das Bier nach der Tour hat wie immer richtig gut gezischt:
10
Schweren Herzens verabschiedete ich mich von Peter und Niki und weiter gings ins Ultental. Wir wollten eine Skitour auf das Hasenöhrl machen und das Ultental erkunden. Auf dem Unterjochmayrhof haben wir eine schöne Unterkunft gefunden und starteten unsere Skitour bei bestem Wetter direkt an der Haustür. Puh… ich sags euch… das Hasenöhrl gibt’s nicht geschenkt! 1.500 Höhenemeter Aufstieg durch eine beeindruckende Bergwelt zehren ganz schön, deshalb hatte keiner etwas gegen eine ausgedehnte Pause am Gipfelgrat.
11
In der Zwischenzeit hatte es schön aufgefirnt, die Abfahrt hatten wir uns aber auch wirklich verdient. Zu unserer Überraschung war die Flatschbergalm geöffnet. Wenn es euch ins Ultental verschlägt, dann schaut dort vorbei! Der Käse und der Speck sind hausgemacht und lecker. Vorsicht aber beim Schnaps, der hier großzügig ausgeschenkt wird. Da kann der restliche Heimweg schon einmal recht anstrengend werden.
Vom Ultental ging es dann zu unserer letzten Station in Südtirol. In Brixen haben wir uns mit Freunden meiner zwei Begleiter getroffen und uns dann auf den Weg nach Kastelruth gemacht. Auf dem wunderschönen Marmsoler Hof haben wir noch ein paar schöne Tage verbracht und konnten uns am Schlern nicht sattsehen. Bei dem vielen leckeren Essen schadet ein bisschen Sport nicht. In Kastelruth und drumherum gibt es tolle, sehr gut beschilderte Laufstrecken, die zum Running Park Seiser Alm gehören, so war für genügend Auslauf gesorgt.
12
Auch wenn das Wetter nicht immer mitgespielt hat, waren es zwei schöne Wochen, die ich in Südtirol verbracht habe.
Vielleicht nimmt mich ja mal wieder jemand mit in diese wunderschöne Gegend?

 

Share

Warum wir auf Berge steigen? Weil sie da sind!

(Sir Edmund Hillary)