Mordsabenteuer am Waginger See. Xaver in geheimer Mission.

Ich sag Euch, im Chiemgau geht's zu. Von wegen friedlich und ruhig! Hinter der Idylle schlummert das Verbrechen. Zum Glück waren Kathrin und ich gerade ganz in der Nähe und konnten den Fall aufklären. Auf dem E-Bike, bei der „Mörderischen Radl-Tour".

01kDie Wallfahrtskirche Maria Mühlberg thront über dem Waginger See.
Von dort nahm der Kriminalfall seinen Lauf.

Die „Mörderische Radl-Tour" ist ein neues Angebot, das der Chiemgau-Tourismus in Zusammenarbeit mit dem Überseer Outdoor-Spezialisten Parker und der Münchner Agentur Allmender kreiert hat. Die Aufgabenstellung lautete, eine ungewöhnliche Radtour zu schaffen, die genauso spannend wie landschaftlich abwechslungsreich ist, erklärte mir Jens Hornung, Marketingleiter bei Chiemgau Tourismus. Herausgekommen ist eine vier- bis fünfstündige Radrunde, die am Waginger Mühlberg, dem Tatort, beginnt.

Hier trafen wir uns mit zwei Profiagenten, die uns über die gesamte Strecke begleiteten. Ihr Name: Friedrich. Und das wurde dann auch mein Agentenname ... also, eigentlich unserer. Denn der Einfachheit halber hießen wir alle so.

X1Gestatten: Friedrich, die Agenten Friedrich. Wir ermitteln in geheimer Mission.

X2Ich durfte in den Rucksack und hab Kathrin strampeln lassen auf ihrem E-Bike. Gut, oder?

Nach einem ersten Audiohinweis starteten wir jedenfalls mit der ca. 38 km langen Tour. Schon nach wenigen Metern legten wir beim Bajuwarenmuseum im Waginger Ortszentrum den ersten Stopp ein – die waren ja nicht alle so durchtrainiert wie ich -, und per Funk kam vom Chef der Royalisten der nächste Hinweis. Wir hörten noch neun weitere.

X5Alle Hinweise werden akribisch festgehalten. Okay, ich diktiere ...

 

06kZehn Hinweise müssen auf der Tour zusammengepuzzelt werden, dann hat man die Lösung des Falls.

Mal meldete sich der Chef selbst, mal gab es Anhaltspunkte von der Spurensicherung, aus dem Obduktionsbericht, einem sichergestellten geheimen Liebesbrief oder aus einem mitgeschnittenen Wortwechsel über Polizeifunk. Das klang dann in etwa so: Der Ringlstätter Anton, Wagen 422, Rosenheimer Straße Richtung Waging im Gespräch mit seinem Kollegen Sepp, Wagen 513, gleiche Richtung. Anton: „I brauchat deine Hilfe, i hab hier einen Einbruch. Ende." Sepp (genervt): „Toni, her mia auf mit Einbruch, um die Uhrzeit, des konn doch net wahr sein. Ende." Anton: „Doch: Einbruch der Dunkelheit (lacht), Feierabendbier. Ende." Sepp: „Servas, i schalt d'Siren ei, bin glei bei Dir. Ende." Anton: „Vorher miassn mia aba no zum Huberbauern, zwecks der toten Gschwendtnerin. Ende." Sepp: „Was wolln mia denn beim Huberbauern? Ende." Anton: „Do gab's so einen a-n-o-n-y-m-e-n Anrufer, der wui den Huberbauern im Moor g'sehn ham. Ende". Sepp: „Also guat, fahrn mia zum Huberbauern und dann zum Wirt. Ende."

03kBeim Bauernhofmuseum in Kirchanschöring: Mittagspause für Nachwuchsagenten.

X6Los, Leute, wir müssen weiter, wir sind schließlich nicht zum Vergnügen hier!

Doch bevor die Polizei den Hof in Lampoding inspizierte, haben wir ihn unter die Lupe genommen. Ich ließ Kathrin in die Pedale treten, versuchte derweil gedanklich den möglichen Tathergang zu rekonstruieren und musste mich dabei ganz schön konzentrieren, um bei den ganzen Personen nicht den Überblick zu verlieren. Neben der toten Gschwendtner Hedi gab es nämlich noch den Huber Rup mit seinen kommunistischen Milchkühen, die umgeschulte Fleischereifachverkäuferin Heuberger Vroni, den Mesner Weigl Fonsi, die Freundin der Toten, die Meierhofer Burgi und den adeligen, korrekten Baron. Erfunden hat die Figuren und die Geschichte Thomas Schächtl. Der Thomas hat übrigens auch den „Mord in Giesing" konzipiert, ein Live-Krimi-Abenteuer, das einmal jährlich im besagten Münchner Stadtteil gespielt wird. An diesem Abend ermitteln bis zu 5000 Besucher an über 20 Orten in einem Fall, der pünktlich um Mitternacht aufgeklärt werden soll.

02kInsgesamt führt die mörderische Radtour über ca. 37 Kilometer.

Die „Mörderische Radl-Tour" im Chiemgau ist auf zehn Personen ausgerichtet. Das Angebot, das ab Mai jeden Mittwoch und im August und Oktober an zusätzlichen Terminen stattfinden soll, richtet sich an Urlauber und Einheimische gleichermaßen, sagt Jens Hornung vom Chiemgau Tourismus. Einzige Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Mindestalter von zwölf Jahren, ansonsten gibt es beim Ermitteln keine Grenzen. Auch Spürhunde wie ich sind willkommen. Vor allem wenn sie so korrekt arbeiten wie Euer Xaver. Überflüssig zu erwähnen, dass ich den Fall geknackt habe, oder? Ob es am Ende ein Mord war, eine hinterhältige Verschwörung vielleicht oder was ganz anderes, tja, das müsst Ihr Euch schon selbst erradeln. Ich verspreche Euch, spätestens bei der bayerischen Brotzeit gegen Ende der Tour habt auch Ihr den Durchblick. Dann wird nämlich klar, was die Sache mit dem Ohrring sollte und was das „Ewige Lebn" bedeutet. Alle Infos über den Fall, über Kosten und Anmeldung zur Tour gibt es auf www.chiemgau-tourismus.de oder www.parkeroutdoor.com.

X3Mmmmhhh, frische Krapfen. Ich sterbe für Krapfen! Hey, Moment, ist das hier eine falsche Fährte? Bestechung?

 

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Warum wir auf Berge steigen? Weil sie da sind!

(Sir Edmund Hillary)