Xaver Xtreme. Beim IMS in Brixen.

Teil 1

Heute muss ich mal wieder meiner eigentlichen „Bestimmung" gerecht werden , denn schließlich bin ich (manchmal auch) ein Bürohund. Also Vorhänge zu, Handy aus und ran an die Tasten.

Ich bin Euch schließlich noch ein paar Berichte schuldig. Vom 17. bis 22. Oktober war ich mit Johanna beim International Mountain Summit in Brixen, kurz IMS. Das Event fand dieses Jahr zum fünften Mal statt und ist ein Gipfeltreffen für Menschen, die die Berge lieben. Jedes Jahr kommen etliche Topstars der Bergsteiger- oder Kletterszene im Herbst nach Brixen und halten dort abends total interessante Vorträge. Und das ist nicht alles! Auch Menschen, die in den Bergen leben und Interessantes zu erzählen haben, finden dort ein Forum. Außerdem stehen mitunter Wissenschaftler oder namhafte Menschen aus der Wirtschaft bei Podiumsdiskussionen auf der Bühne. Kurzum: Beim IMS erfährt man Berge von Geschichten – und Geschichten von den Bergen. Ein Pflichttermin für einen Xaver, den es ja pausenlos in die Berge zieht.

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Sanft und richtig köstlich war unser Einstieg. Johanna und ich waren am Anreisetag nämlich zum Törggelen eingeladen. Davon habe ich natürlich schon berichtet. Wenn ich nur daran denke, läuft mir immer noch das Wasser im Mund zusammen. Leckerst! Falls die Mädels vom Strasserhof das hier lesen: „Ich denk gaaaanz oft an Euch. Ihr seid so nett zu mir gewesen." Und falls Bettina Tschaffert vom Tourismusverband Eisacktal hier vorbeischaut: „Liebe Bettina, danke noch mal für die Einladung. So ein Törggelen ist ein wahres Fest für Hunderl wie mich! Schade, dass es so etwas nicht bei uns in Bayern gibt. Ein Grund mehr, nächstes Jahr wieder zu Euch ins schöne Südtirol zu pilgern!"

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Abends ging es dann so richtig los. Im Forum Brixen, wo der IMS stattfindet, erzählten beim Programmpunkt „Mountain Stories" drei Menschen völlig unterschiedliche Geschichten aus den Bergen. Hollywoodschauspielerin Rossana Podestà schilderte als Ehefrau von Bergsteigerlegende Walter Bonatti, wie es ist, mit einem Alpinisten verheiratet zu sein. Die Signora sprach italienisch, daher hab ich nicht alles mitgekriegt, obwohl beim IMS alles perfekt simultan in mehrere Sprachen übersetzt wird. Aber für Hunde gab es halt keine Kopfhörer ...
Herbert Henzler, Ex-Chef von McKinsey, war als Nächster dran. Interessant, was er zu sagen hatte. Ich wusste zum Beispiel gar nicht, dass er mit ein paar anderen Größen aus der Wirtschaft und mit Reinhold Messner einmal im Jahr eine große Bergtour macht. Dieser edle Männerclub nennt sich die „Similauner".
Richtig lustig wurde es am Schluss, als Hubert Ilsanker auf die Bühne kam. Er ist Schnapsbrenner im Berchtesgadener Land und hat uns erzählt, wie er die Enzianwurzeln „erntet" und oben in der Nähe vom Kärlingerhaus am Funtensee in seiner Hütte zu Schnaps brennt. Hubert ist ein echter Naturbursch und ein überaus humorvoller Geselle.

Tags darauf war ich sogar mit ihm beim Wandern. Doch dazu später. Am Freitag saß ich erst mal mit Johanna in einem Vortrag, der besonders spannend war. Arne Dietrich hat den „Flow-Zustand", den ja viele Sportler, vor allem Extremsportler, oftmals beschreiben, erläutert. Der deutsche Gehirnforscher, der in den USA lebt, hat mir echt die Augen geöffnet. Ich kann zwar nicht mehr genau erklären, wie das mit dem Kopf und dem Flow ist, das war dann doch zu viel für mein ohnehin schon volles Hundehirn, aber ich weiß, dass ich diesen genialen Zustand, in dem man instinktiv funktioniert und zu Höchstleistungen fähig ist, unbedingt einmal erleben möchte. Zu Hause in Bayern trainiere ich schon täglich mit meinem Frauchen. Passiert ist bis jetzt allerdings noch nichts. Kein Flow! Bei keinem von uns beiden. Aber: wir bleiben dran!

Ach ja, Benedikt Böhm und Basti Haag hab ich mir auch angeschaut. Die beiden Extremskifahrer haben einen tollen Vortrag über ihre Expedition im letzten Jahr an den Manaslu gehalten. Leider – das gehört wohl auch zu den Bergen – wurden die beiden Zeugen eines großen Lawinenunglücks. Natürlich haben sie geholfen, die Überlebenden aus den Schneemassen zu befreien. Der Vortrag war sehr bewegend. Fast ein bisserl zu bewegend für mich. Ich war ja da nicht wirklich drauf vorbereitet.

Nach dem letzten Vortrag trifft man sich jedenfalls immer im Foyer des Forum Brixen auf ein Glaserl Wein oder (Johanna) zwei. Dabei hab ich sooooo viele Leute kennengelernt. Verliebt hab ich mich in eine Österreicherin. Die liebe Bia vom coolsten Klettermagazin dieses Planeten, vom Climax aus Wien, war mit ihrem Kollegen Matthias angereist. Immer wenn die Bia für ein paar Minuten alleine war, hab ich mich an sie rangeschlichen. Die war so lustig und sagte immer: „Leiwand, Xaver, morgn gemma wida wandern!" Oder: „Xaverl, du bist a urlustiges Viechal." Ach Bia, ich vermisse dich! Und richte doch bitte dem Matthias aus: „Messner is Messner!" (Wer das nicht versteht, braucht sich nicht zu wundern – das ist so eine Insidersache.)

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Bedanken möchte ich mich – weil's mir grad einfällt – auch bei den beiden Veranstaltern des IMS Alex Ploner und Markus Gaiser. Ich hatte nämlich einen richtigen VIP-Pass und wurde obendrein mit KIKU Äpfeln gefüttert, sodass mein Vitaminhaushalt für ein Jahr im Voraus gedeckt ist. Ein ganz dickes Thank You auch an Chiara vom IMS, die einfach alles regelt, jeden Wunsch erfüllt und mir erlaubt hat, als einziges Tier bei den Wanderungen mit den Profis mitzulaufen. Danke, danke, danke!

Tja, so weit erst mal, vom vielen Schreiben bin ich ganz erschlagen. Fast wie nach einer anstrengenden Tour – drum gibt's den zweiten Teil mit Pfannspitz-Bericht und Mountain Xtreme Night erst am kommenden Freitag.
Momentan hab ich nur einen einzigen Gedanken: Wo ist hier im Büro die nächste Alm zum Jausen?

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Warum wir auf Berge steigen? Weil sie da sind!

(Sir Edmund Hillary)